i.j. melodia

DIE EINSAMKEIT STEHT MIR

 

bis zum Hals

ins Gesicht geschrieben

 

Sofern man es sieht

hinter der lächelnden Fassade

aus Spiegelglas

 

Verdeckt

meine mutterlosen Augen

in die Kometen einschlagen

geboren aus Ohnmacht

 

Sie versinken

im Treibsand der Stille

legen sich auf den Grund

von Nichts

 

 

KLIPPENSPRUNG

 

Die Stelle zwischen Brustbein und Kinn

ein Riff festgebrannter Silben

auf gekerbter Kehle

vom Verlangen nach Sprache

 

Wirf meinen Körper über die Klippe

und behalte das letzte Wort

auf Wellenlänge

 

 

FARBADER

Hommage an Vincent van Gogh

 

Wir stehen vor dieser Tatsache

mit Augen deine Melancholie zu hören

 

Ein kleiner Schatten vor deiner Vergangenheit

trieb dich nach außen

Bist gebrochen und gebrochen mit allem

werden die Farben heller

trinkst sie aus, in der Hoffnung

auf Erlösung vor der Nacht

in der Albträume durch Wolken schneiden

die dein Abbild tragen

 

Eine Suche von Nord nach Süd, zurück nach Norden

hofft und strebt

hinterlässt wie Kielwasser

Linien und Spiralen im Korn

vom Tisch mit den gekochten Kartoffeln

über Sternenfelder

durchstoßen mit Schwert-

Lilien uns in die Zeit gemalt

 

Hinter dem rechten Ohr schreit noch immer eine Welt

auf Leinwand

vergessen das Linke

schläfrige Vorahnung im Rausch

zerläuft rot wie Mohn

In der Brust klafft dir

das Tor zur Ewigkeit