GEDICHT IN D – MOLL

 

 

 

EINIGE TÖNE SPIELEN 

VIELLEICHT VON BACH VIELLEICHT

VON JEMAND ANDEREN   

 

DI - DI – DI

 

Wintersonne sticht durch meine Gedanken wie Nadeln. Beinahe blind irre ich durch den 1. Bezirk und fasse Statuen zwischen die Beine. Ich werfe Kies auf das Parlament. Quecksilber pulsiert durch meine Adern, meine Knochen sind Kokain. Ich fasse dem fetten Pferd am Heldenplatz an die Weichteile und dann dem dünneren. Sind beide gleich groß. Pornografie ist die einzige Kunst, die ich konsumiere. Prostituierte sollen mich Adolf Hitler nennen, wenn ich abspritze. In mir kreischt eine Sirene Bachs Fuge in D – Moll. Ich bin genauso sinnlos wie diese Erkenntnis und Onanie ist meine höchste Kunst. In mir wälzt sich eine Depression im Schlaf. Meine Gedanken sind übel riechender Smog und ich verpeste die Umwelt. Bach verwöhnt mich, aber er hat aufgehört, mich zu lieben:

      

DI – DI

 

Die Anzeige flackert. Ich bin leer wie eine Hülse, doch wie Rost haftet die Psychose an mir, etwas sagen zu müssen. Ich höre zu viel. Bachs Eifer überlagert sich in mir zu einer Störfrequenz. Die Anzeige flackert. Ich verarbeite nicht mehr. Ich schwitze nur noch am Gesäß und nenne es Fotosynthese. Meine Augen sind trübe. Ein paar Gefühle nähern sich mir in ihrer Umlaufbahn wie Satelliten der Erde. Ich vergesse, dass ich bald sterben muss und denke an meine Libido. Ich will konsumieren: ein Mal Coca – Cola, Bounty und zehn Prostituierte, bitte. Ich rauche den Smog, der über diese Stadt hängt, in einer Bong. Ich erhitze Taubenkot in einem Löffel und spritze ihn mir. Ich laufe nackt durch die Winternacht und stecke meinen Penis Motorrädern in den Auspuff. Die Anzeige flackert, ich höre zu viel. Alles, was ich will, ist zu Bachs Fuge von einem Stier totgefickt zu werden: 

 

DI – DA – DI 

 

Ich schaue in meinen Comic und träume davon, die Schwangere neben mir mit einer Peitsche zu bearbeiten. Die Gewaltfantasien tun mir Gewalt an. Ich belehre die Menschen über die Demokratie und lese nichts als Donald Duck. Daisy macht mich nicht mehr an, seit ich sechs bin. Ich möchte zerstören und von mir selbst zerstört werden wie Rom. Politik ist BDSM ohne Latex. Ich schreibe: »Staatseigentum« auf den Bauch der Schwangeren und sie leckt meine Brustwarzen. In der Bim duftet es nach Terror und Covid Ich erfinde ein Eau de Cologne und nenne es Straßenbahn: 

 

DI – DI 

 

Scham oxidiert auf meinen Knochen und färbt sie gelb. Die Ärzte sagen, das ist eine Nebenwirkung von Covid und ich streife mir ein Kondom über. 

 

DA – DI

BUM